Gütekompost
Gartenabfall zu Qualitätskompost machen
Kompostanlage auf der Bengelbruck
In zehn Schritten wird auf der Kompostanlage der Deponie Bengelbruck aus Gartenabfällen hochwertiger Gütekompost. Dazu sind viel Geduld, Wissen und Erfahrung der Fachleute vor Ort erforderlich. Sie managen den komplexen Prozess von der Anlieferung übers Häckseln, Umsetzen und Belüften bis zur Auslieferung an private und gewerbliche Nutzer sowie die Landwirtschaft.
Hier zeigen wir Ihnen den vollständigen Kompostierprozess.


1 Waage
Der erste Weg führt auf die Waage, um festzustellen, welche Menge an Gartenabfällen abgegeben wird.

2 Anliefern
Bei der Anlieferung erfolgt der erste Qualitätscheck: Sind es tatsächlich reine Gartenabfälle wie Laub, Baum-, Strauch- und Rasenschnitt? Biomüll, wie etwa Lebensmittelreste, oder Äste von mehr als 10 cm Durchmesser dürfen nicht angeliefert werden.

3 Zerkleinern
Im Zerkleinerer werden die Gartenabfälle grob zerkleinert. Wichtig ist, dass Zweige und Äste nicht zu klein gehäckselt werden. Nur so sorgen sie dafür, dass das Grüngut ausreichend Sauerstoff erhält und nicht zu dicht liegt.

4 Intensiv-Rotte
In der Intensiv-Rotte erfolgt die erste Verrottung. Der Dampf zeigt: Es entsteht große Wärme und das Grüngut verliert an Wasser und damit an Masse. Dazu stehen acht Kompostmieten mit je 250 m3 zur Verfügung.

5 Temperatur prüfen und umsetzen
Feststoffe, Feuchtigkeit, Sauerstoff und Wärme müssen im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Im ersten Schritt muss eine Temperatur von mindestens 60° C entstehen. Samen und Keime werden abgetötet. Deshalb wird die Temperatur kontinuierlich überprüft und das Material regelmäßig umgesetzt.

6 Belüften
Damit das Grüngut ausreichend Sauerstoff erhält, wird jede Kompostmiete eigens belüftet.

7 Komposthalle
Im größten Gebäude der Kompostanlage verrottet das Material weiter, abgeschirmt von zu großen Wettereinflüssen.

8 Nachrotte
In der Nachrotte geht der Kompostiervorgang weiter, Temperatur, Feuchtigkeitsgehalt und Sauerstoffzufuhr werden auch hier genau überwacht. Die Temperatur liegt jetzt bei etwa 40° C. Wissen und Erfahrung stellen sicher, dass wertvoller Gütekompost entsteht. Passieren hier Fehler, verfault das Material und wird wertlos.

9 Absieben und trennen
Nicht alle Materialien sind beim Kompostieren ganz zerkleinert worden. Das muss auch so sein, denn sie sorgen für die nötige Sauerstoffzufuhr bis zum Ende des Prozesses. Jetzt müssen diese größeren Teile ausgesiebt werden. Nur so ist der Kompost im Garten auch wirklich nutzbar. Die Resthölzer werden in einem Biomasseheizkraftwerk verwertet.

10 Ausliefern
Privatpersonen erhalten den so entstandenen Gütekompost jederzeit in kleinen Mengen kostenlos. Größere Mengen erhalten Sie gegen Gebühr. Auch Gewerbebetriebe erhalten den Gütekompost gegen Gebühr.

Kompostabholung Privatkunden
Bis 120 l/Woche kostenlos in mitgebrachten Wannen oder Eimern.
Einmal jährlich eine Abholung bis zu 1 m3 (Freigrenze).
Der Kompost ist selbst zu verladen. Eine Beladung mit dem Radlader ist nicht möglich.
Bitte nicht überladen! 1 m3 = ca. 600 kg
Die Abgabe von größeren Mengen und auch die Verladung ist auf der Kompostanlage
der Deponie Bengelbruck gegen Bezahlung möglich.
Hierfür ist jedoch eine Voranmeldung zwingend notwendig.
Anfragen per E-Mail unter kompost@awb-fds.de
Gütekompost zuhause nutzen
Kompost können Sie in jedem Hausgarten einsetzen. Aber Achtung: Gütekompost hat Power! Unser Gütekompost hat einen sehr hohen Nährstoffanteil. Das bekommt nicht allen Pflanzen.
Achten Sie auf das richtige Mischverhältnis von Kompost und Garten-/Blumenerde!
Manche Pflanzen mögen keinen Kompost, z. B. Heidelbeere, Erdbeere, Erika, Rhododendron.
Überdüngen Sie Ihre Pflanzen nicht!
Richtig angewendet ist Gütekompost das Beste und Umweltschonendste, was Sie Ihren Pflanzen geben können!
Mehr zum richtigen Einsatz von Kompost finden Sie hier:
Gütekompost in der Landwirtschaft
Unser Qualitätskompost eignet sich hervorragend als Multifunktionsdünger in der Landwirtschaft: Er führt dem Boden fast alle wichtigen Pflanzennährstoffe zu. Teils erreichen sie die Pflanzen unmittelbar, teils zeitlich versetzt. Die Pflanzen nehmen die Nährstoffe auf, die sie benötigen. Das macht Kompost zur guten und preiswerten Alternative zu Mineraldünger.
Spart durch Phosphor- und Kaliumgehalt die Gründüngung
Verbessert den Boden durch höheren Humusgehalt und gute Durchlüftung
Wirkt durch Kalkgehalt als Säurepuffer gegen Bodenversauerung
Regelmäßig angewendet als Erhaltungskalkung einsetzbar
Aktiviert das Bodenleben
Hilft dem Boden, Wasser und Nährstoffe zu speichern
Verbessert die Bodenfruchtbarkeit
Nach mehrjährigen Kompostgaben Mehrerträge von 5 bis 8 Prozent möglich
Gartenabfälle zum Kompostieren
Sie sind unsicher, welche Gartenabfälle Sie zum Kompostieren abgeben können?
Diese Übersicht hilft Ihnen weiter:
Das sind Grünabfälle
- Gras- und Heckenschnitt
- Rasen
- Stauden
- Abraum von Beeten
- Blumen, Balkonpflanzen
- Gestecke
- Abdeckreisig
- Laub
- Äste
- Gehölzschnitt
Das sind keine Grünabfälle
- Wurzelstöcke
- Nichtorganisches, wie Verpackungsmaterial
- Plastik oder Draht
- Plastiksäcke, Plastikschnüre
- Boden, Steine
- Buchsbaum mit Buchsbaumzünslerbefall
Zertifizierter Gütekompost
Unsere sorgfältige Kompostierung garantiert ein sauberes, unkrautfreies und preisgünstiges Material. Der Kompost trägt das RAL-Gütezeichen und erfüllt die bundeseinheitlichen Qualitätsstandards der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V., deren Mitglied der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Freudenstadt ist.
Die Datenblätter des aktuellen Prüfzeugnisses mit den genauen Analyseergebnissen und Anwendungsempfehlungen für Landwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau finden Sie hier.